Freitag, 6. Mai 2016

Der Charme der Beliebigkeit


Nach einer traumlosen Nacht fühle ich mich heute morgen unausgeschlafen. Ich empfinde ich es als Zumutung, aufzustehen und weiter zu gehen. Wüsste ich nicht längst, dass ich schließlich doch aufbrechen werde, ich wäre liegen geblieben. Noch bin ich in Havelberg und nicht am Ziel. Die Sonne scheint durch die kleinen Fenster und das morgendliche Vogelkonzert lässt sich nicht länger ignorieren. Es klingt immer dringender nach Aufbruch. In der Wohnküche der Pension erwartet mich ein opulentes Frühstücksbuffet. Drei Männer und ein kleiner Junge leisten mir Gesellschaft. Das Gespräch kreist um die kommenden Urlaube des Jahres und ob Amrum oder al-Andalus die bessere Wahl ist. Ein A führen jedenfalls beide im Namen. Wie es unter Männern oft der Fall ist, sind Besserwisserei und Selbstdarstellung der weitaus wichtigste Teil der Unterhaltung, die der kleine Junge mit gelangweilten Blicken kommentiert.

Die Hansestadt Havelberg ist eine Kleinstadt im Landkreis Stendal und meine erste Station in der Altmark. Noch bin ich im ehemaligen Landkreis Westprignitz, dessen südlicher Zipfel rund um Havelberg politisch inzwischen zu Sachsen-Anhalt gehört. Östlich der Elbe, mit dem historischen Zentrum auf einer Insel in der Havel gelegen, kurz vor deren Mündung in die Elbe, orientiert sich Havelberg seit der Gründung des Bezirks Magdeburg 1952 in Richtung Altmark. Unbemerkt habe ich gestern, irgendwo auf meinem Weg entlang der Havel, das Land Brandenburg verlassen.
Im 7. Jahrhundert siedelten sich westslawische Stämme östlich der Elbe bei Havelberg an. Heinrich I. eroberte das Stadtgebiet bereits 929 um die Ausbreitung der Slawen aufzuhalten. Während damals Festungen zum Schutz der Bevölkerung errichtet wurden, baut man heute Zäune und Mauern. Fraglich, ob der Unterschied so groß ist, und ob es noch lange dauert, bis auch im modernen Europa wieder militärisch gesicherte Zäune hochgezogen werden. Es ist nicht möglich, Rassismus aufzuteilen. Auf einer Erhebung, auf der später der Dom errichtet wurde, entstand die früheste Burganlage hoch über dem Ufer der Havel. Heinrichs Sohn, Otto I., setzte die Eroberungen seines Vaters fort, und gründete 948 die Bistümer Havelberg und Brandenburg und leitete die Zwangsmissionierung der slawischen Bevölkerung ein eine Praxis, die heute der fundamentalistische Islam bevorzugt. Doch es geht auch subtiler, bedenkt man die Konsum- und Gleichheitsversprechen des Kapitalismus. Die Gründung eines Bischofssitzes in Havelberg, als Brückenkopf gegen das heidnischen Slawen am Ostufer der Elbe, spricht dafür, dass hier schon früh ein regionales Zentrum entstand.
983 holten die slawischen Brizanen zum Gegenschlag aus und eroberten die Gebiete der Bischofssitze Havelberg und Brandenburg. Der Einfluss der deutschen Könige wurde auf das Westufer der Elbe zurückgedrängt. Erst 1130, hundertfünfzig Jahre später, gelang es Lothar III. Havelberg zurückzuerobern. Doch schon 1136 fiel Havelberg erneut an den Slawenfürsten Wirikind, bevor Albrecht der Bär die Stadt noch im selben Jahr endgültig für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation zurückeroberte. Die militärische und politische Hegemonie deutscher Kaiser führte in der Folge zu einer umfangreichen Missionstätigkeit der Havelberger Bischöfe. 1144 wurde das Prämonstratenserkloster provisorischer Bischofssitz. Nach dem Wendenfeldzug von 1147, in dem die Prignitz erobert wurde, entstand das Domkapitel in Havelberg, dem schon 1150 der Bau des Havelberger Doms im Stil einer Wehranlage folgte, die 1170 eingeweiht wurde. Seit 1160 besitzt Havelberg Stadtrechte. Die Havelberger Bischöfe waren davon ausgeschlossen und verfügten in der Stadt über keinerlei Rechte, denn die Grundherrschaft lag beim Markgrafen von Brandenburg, sodass zwischen Adel und Klerus ein Patron-Klient-Verhältnis entstand. Der jeweilige Markgraf war Lehnsherr der Bischöfe.
Die strategische Position von Havelberg an der Handelsstraße in die Städte an die Ostsee, machte die Stadt für die Hanse interessant. Die versumpfte Landschaft (Luch) beschränkte den Handel auf die Flüsse Elbe, Havel, Dosse und Rhin, zu denen Havelberg durch seine zentrale geographische Lage einen guten Zugang besaß, ein Handelszentrum mit guten Voraussetzungen. Mitglied der Hanse wurde Havelberg 1359, ein eigenes städtisches Siegel ist seit 1350 belegt. Havelberg besaß eine wichtige Stellung im überregionalen Holz- und Getreidehandel über die Elbe nach Hamburg und bis nach Flandern, der seit 1288 nachweisbar ist. Fischerei, Schiffbau und Kleingewerbe waren im Mittelalter weitere prosperierende Wirtschaftszweige. Geld, der Havelberger Sterngroschen, war schon 1460 im Umlauf. Am Ende der Wilsnackfahrten hatte Havelberg wahrscheinlich tausend Einwohner. Betrachtet man die städtische Infrastruktur sowie die günstige Lage der Stadt an wichtigen Handelsrouten, wird verständlich, dass die nord- und osteuropäischen Santiago-Pilger, für die Wilsnack nur eine Station auf ihrem Weg war, über Tangermünde an das europäische Wegenetz nach Santiago de Compostela anknüpften.

Der mächtige Dom von Havelberg, mit einem der ältesten Türme Brandenburgs, thront auf einem Hügel hoch über Fluss und Stadt. Ein paar Zirruswolken, flüchtig auf das tiefe Blau gesprüht, untermalen die Atmosphäre des Morgens. Konkurrenzlos beherrscht die Sonne einen tiefblauen, wolkenlosen Himmel. Der Dom strahlt in seiner ganzen Macht. Er hockt über den viel kleineren Häusern der Stadt wie eine Glucke über ihren Küken. Die wuchtige Omnipräsenz des Doms verströmt noch immer die einst absolute Autorität der Havelberger Bischöfe. Ein Statussymbol, dessen Innenräume, abgeschieden hinter dicken Festungsmauern, an diesem heiteren Morgen etwas Finsteres ausstrahlen, das mich frösteln lässt. Ich kreuze die Havel auf einer Brücke und stehe kurz darauf an einer zweiten Havelbrücke vor der achteckigen St. Annenkapelle, einem gotischen Bau aus der Pilgerzeit mit eine Replik des Lübecker Pilgerkreuzes nach Wilsnack von 1436. Doch ich lasse Kapelle und Altstadt hinter mir zurück und steige auf den ehemaligen Burgberg.
Die Havelberger Altstadt duckt sich mit engen Gassen in den Schatten des Doms. Ein Treppenweg führt den Hügel hinauf, durchbricht die Umfassungsmauer am Prälatenweg und endet auf einem gepflasterten, leeren Vorplatz, der an die Feldsteinmauer des Kirchenbaus stößt. Es ist früh am Tag und der Dom noch geschlossen. Cappuccino, ein Stück Rüblikuchen und Arbeit am Tagebuch im Garten der benachbarten Töpferei. Auf eine angenehme Weise lasse ich die Zeit verstreichen. Zurück auf dem Domplatz ist die ehrfürchtige Ruhe des Morgens dahin. Das Hauptportal ist immer noch geschlossen, bleibt es wohl auch. Ich schließe mich den anderen Besuchern an, die zielstrebig unterwegs sind, und anders als ich, wissen wie sie in den Dom gelangen. Paradiessaal sagt das Schild am Eingang um die Ecke. Daneben stehen Kästen mit Stauden aus dem Klostergarten, noch kaum dem Winter entronnen. Gegen eine Spende dürfen sie mitgenommen werden. Im Paradies gibt es einen Verkaufsstand mit Souvenirs und allerlei religiösem Tand. Merchandising am heiligen Ort wie seit der Pilgerzeit üblich. Eintritt wird nicht verlangt. Ein Stempel von einem reichlich aufgebrauchten Stempelkissen in meinen Pilgerpass gedrückt, hinterlässt einen blassen Umriss. Ein Obulus für die Erlaubnis zu fotografieren. Jesus von Nazareth hat der Legende nach die Händler zornentbrannt aus dem Tempel in Jerusalem vertrieben. 2016 hat er aufgegeben, unternimmt nichts mehr gegen Handel und Konsum im Haus seines Vaters. Die gegenüberliegende Türe führt in sonnengeflutete Arkaden. Ich spüre noch die Präsenz kontemplativ versunkener Mönche, deren Füße dem Boden ihre Frömmigkeit eingedrückt haben. Aus der warmen Morgensonne wechsele ich in das kühle Dämmerlicht des Doms unter die steinernen Bögen. Fast sofort spüre ich, wie mir das Gemäuer meine Körperwärme entzieht. In der Weite der prächtig dekorierten Kirchenhalle fühle ich mich verloren, unerwartet in kaltes Wasser getaucht.
Der Havelberger Dom Sankt Marien, mit seinem beeindruckenden romanischen Westwerk, dem man seine ehemalige Funktion immer noch ansehen kann, ist heute eine evangelische Kirche und die Hauptkirche des Bistums Havelberg. Gegründet wurde das Bistum im 10. Jahrhundert von Otto I. und dem Prämonstratenserorden und 1170 auf den Namen der Jungfrau Maria geweiht. Einen Vorgängerbau im Bereich der Festung hat es nicht gegeben.
Der Havelberger Dom ist eine dreischiffige Basilika mit Kreuzrippengewölbe, deren unterer Bereich aus Naturstein besteht und im 12. Jahrhundert mit Backsteinen aufgestockt wurde. Die prunkvolle Ausstattung des Kircheninneren, mit zahlreichen Kunstwerken aus der Hoch- und Spätgotik, wurde auch aus den Einnahmen der Wallfahrten nach Wilsnack finanziert. Unter diesen Kunstschätzen, die auch diese Kirche wie ein Museum erscheinen lassen, ist ein Sandstein-Lettner aus dem späten 14. Jahrhundert das sehenswerteste Exponat. Dieses vom übrigen Kirchenraum abgetrennte Lesepult illustriert in zwanzig Reliefs die Passion Christi unter denen sich auch eine Darstellung des Heiligen Jakobus mit einer Muschel befindet. Sehenswert sind auch das Chorgestühl sowie die ornamentalen Glasmalereien aus der Zeit um 1330. Mit der in Ostdeutschland erfolgreichen Reformation wurde die prämonstratensische Ordensregel bereits 1506 abgeschafft und das Bistum Havelberg aufgelöst.
Nach der Kühle des Doms wärme ich mich im Kreuzgang des vollständig erhaltenen Prämonstratenserklosters aus dem 12. Jahrhundert wieder auf und finde schließlich eine freie Bank am Eingang in den Klostergarten. Ruhe finde ich hier keine, denn inzwischen ist der Dom von Besuchern belagert. Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich mit zur vormittäglichen Attraktion des Doms gehöre. Doch die Aussicht von hier oben entschädigt mich für die vielen indiskreten Blicke. Unbegrenzt schweift mein eigener Blick über das moderne Havelberg mit der Stadtkirche, die den Namen St. Laurentius trägt, dem Patron der Havelberger Bischöfe. Über die Hausdächer und Gärten der Stadt sehe ich auf die im Sonnenschein glitzernde Havel hinab. In der gleichen Frühlingssonne, die von einem tiefblauen Himmel auf Havelberg scheint, schiebe meinen Aufbruch träge vor mir her.

Leibliche Erfahrungen des Pilgerns

In Anlehnung an die Neue Phänomenologie des Kieler Philosophen Hermann Schmitz unterscheidet Detelf Lienau zwei Formen der leiblich-körperlichen Prägung durch das Pilgern: einen passivischen und einen aktivischen Typus. Durch zahlreiche Interviews mit Jakobspilgern definiert er das Pilgern als subjektzentriertes Phänomen religiöser Erfahrung.
Der passivische Pilger öffnet sich der Umgebung. Er lässt sich von ihr bestimmen und setzt sich ihr so lange aus, bis die Grenze zwischen Pilger und Umgebung unscharf wird und er beginnt, leiblich mit der Umgebung zu verschmelzen. Diese Pilger erleben sich als Teil des Wegs, der sie umgebenden Landschaft und Natur. Um zu erfahren, was sie wirklich sind, verlieren sie ihren Selbstbezug als autonomes Individuum. In freiwilligem Kontrollverlust geben sie ihre Selbstbestimmung auf und werden absichtlich absichtslos. Diese Haltung bezeichnet der Daoismus als Wu Wei, ein religiös-philosophisches Konzept, das erstmals im Daodejing formuliert wurde. Wu Wei bezeichnet eine Haltung der inneren Stille, die zur richtigen Zeit um die richtige Handlung weiß, ohne Anstrengung des Willens. Im Wu Wei verliert sich der Intellekt, das Individuum handelt intuitiv und an die Situation angepasst, ohne Gedanken an das beste Handeln. Im Zustand des Geschehenlassens erscheint es sinnlos seine Energie in unfruchtbaren Gedanken und Handlungen zu erschöpfen. Das I Ging empfiehlt: Ohne Absicht bleibt doch nichts ungefördert; denn man ist nie im Zweifel, was man zu tun hat. Dem passivischen Pilger geht es nicht um Selbstverwirklichung. Er will sich einem Größeren als sich selbst anvertrauen, dass er in der leiblichen Kommunikation mit der Landschaft und dem Weg zu finden hofft.
Carmen Rohrbach schildert diese Pilgererfahrung in ihrem Buch Jakobsweg. Wandern auf dem Himmelspfad. Ihre eigene Erfahrung gibt ein gutes Beispiel für die Haltung des passivischen Pilgerns. Das Gehen auf dem Weg empfindet sie als Gleichklang zwischen [sich] und der Umwelt. Vom Rhythmus der Schritte getragen tauche ich ein, verschmelze mit der Landschaft. Und während sich die Konturen des Körpers verlieren, erfahre ich mich innerlich geweitet bis zum Horizont, ein leiblicher Zustand, den Hermann Schmitz in den Begriff der privativen Weitung des Leibes fasst, dem die Enge des Leibs des aktivischen Pilgers gegenübersteht.
Ein aktivisch orientierter Pilger agiert intentional und zielorientiert. Angesichts der Landschaft, des sich ständig wandelnden Raums, fordert er sich heraus, versucht sich selbst zu überwinden, indem er dem Pilgerweg sein Leistungsideal aufzwingt. Er nähert sich dem ihn umgebenden Raum nicht vertrauensvoll empathisch, sondern bewusst kontrollierend. Empfindet sich der passivische Pilger als Subjekt, stellt sich der aktivische Pilger dem Weg als Objekt gegenüber, das sich autonom fühlt, indem es sich selbst überwindet. Gibt sich der passivische Pilger seiner Umgebung akzeptierend hin, sucht den Einklang mit ihr, bekämpft ihn der aktivische Pilger und schafft eine Distanz zwischen sich und der Umgebung. Indem der aktivische Pilger das affektive Betroffensein durch seine Umgebung vermeidet, geht ihm das unmittelbare Erleben des passivischen Pilgers verloren, denn sein Handeln ist absichtsvoll und sein Empfinden rational vermittelt. Anders formuliert: Der aktivische Pilger steht seinem leiblichen Spüren fremd gegenüber, da sich sein Handeln und seine Wahrnehmung auf die Grenze seines Körpers mit der Umgebung konzentriert, an der er glaubt, sich beweisen zu müssen.
Paulo Coelho ist der Prototyp des aktivischen Pilgers, jemand, der sich des eigenen Körpers bemächtigt, um die Herausforderungen des Jakobswegs zu bewältigen. Das zentrale Motiv seiner Reiseerzählung von 1987, Auf dem Jakobsweg. Tagebuch einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela, ist die Selbststeigerung, die Disziplinierung durch körperliche und geistige Anstrengung. Der Sinn des Pilgerns erfüllt sich für ihn darin, dass er sich etwas zumutet. Coelho erschafft sich durch die willentliche Instrumentalisierung seines Körper selbst, durch den Kampf gegen sein eigenleibliches Spüren, das befremdend an Nietzsches Wille zur Macht erinnert.
Doch es ist stimmiger, die beiden Pilgertypen genderspezifisch aufzufassen. Aktiv-männlich und passiv-weiblich sind, wenn das auch heute nicht gerne gehört wird, universale Kategorien der Conditio humana, die in einem konstruktiven Miteinander wohltuend, unter den Bedingungen der sozialen Entfremdung aber destruktiv degeneriert sind. Detlef Lienaus Definition reflektiert in seinen Pilgertypen einen weiblichen und männlichen Zugang zum Umgang mit Leiblichkeit und Lebenswelt. Pilgern gehört interkulturell zu den Techniken der Leibbemeisterung und ist vergleichbar mit den Körpertechniken des Body-Consciousness, mit Fitness und Wellness. Das nach innen gerichtete passivische Pilgern steht dem Body-Consciousness nahe, das leibliches Spüren nutzt, um etwas über sich selbst zu erfahren. Da sich der Mensch nur durch sein eigenleibliches Spüren seiner selbst gewahr werden kann, stellt die leibliche Erfahrung der Umwelt einen unvermittelten, authentischen Zugang zu sich selbst dar. Das passivische Pilgern dient, wie das Body Consciousness, der Selbstvergewisserung im Spüren am eigenen Leib in einem Raum-Zeit-Kontinuum. Die Haltung des aktivischen Pilgerns orientiert sich dagegen, wie Fitness und Wellness, an der selbst-bestimmten und selbst-kontrollierten Formung des Körpers zur Steigerung der eigenen Vitalität. Während Fitness die Selbstbemächtigung des eigenen Körpers forciert, fördert Wellness die Harmonisierung von Körper, Seele und Geist, wobei auch hier die kontrollierte Selbstbestätigung im Vordergrund steht.

Spät am Mittag mache ich mich auf den Weg in die nächste Hansestadt, hinüber über die Elbe, nach Werben. Die Stadt nennt sich immer noch so, ist es aber nicht mehr. Nichts in diesem leeren, verschlafenen Ort erinnert an seine einstige Bedeutung an einer Furt über die Elbe. Endlich bin ich heraus aus Havelberg, der klammernden Mächtigkeit des Doms entkommen, mit seiner düsteren Atmosphäre im Inneren und dem von Besuchern gefluteten, schattenlosen Domvorplatz. Trotz meiner Ambivalenz, und jenseits jeder religiös-konfessionellen Aura, ziehen mich diese Bauten immer wieder an. Ich habe es noch nie bereut, ihnen meine Aufmerksamkeit zu schenken, denn an ihnen haftet die atemberaubende Geschichte kulturell geprägter Epochen. Sie sind Teil der Landschaft, und ihr eingeschrieben wie jeder Baum. Pilgern besitzt für mich verschiedene Facetten, und diese ist eine davon. Angesichts der Kirchen, ihrer sinnlichen Anwesenheit und Ästhetik, fühlt sich auch die katholische Prägung meiner Kindheit angesprochen. Sie taucht aus den Tiefen meiner Erinnerung auf, und mischt sich ungefragt ins Licht aufgeklärter Bewusstheit. Was hat die mittelalterlichen Baumeister und ihre Auftraggeber nur dazu veranlasst, dem Licht den Zugang in ihre Tempel zu versagen? Ich stelle mir die offenen, antiken Haine vor, die keltischen Quellheiligtümer, die unter freiem Himmel im Sonnenlicht liegenden Ritualorte und Tempel in Südostasien, Plätze in der Natur, an denen Quelle, Stein und Baum das Göttliche symbolisieren. Warum müssen die Christen ihren Gott im Halbdunkel und hinter dicken Mauern verehren und ihre Gebete statt dem offenen Himmel, einer kunstvoll verzierten, gewölbten Decke widmen, an denen sich die Repräsentationen einer kollektiven Fantasie tummeln? Warum genügen ihnen die naturräumlichen Atmosphären nicht mehr, in denen unsere heidnischen Vorfahren das Göttliche erfuhren? Christen haben eine große Furcht vor der Natur und ihrer eigenen Leiblichkeit, die sie sich unrein und sündig vorstellen, was in ihrer Auffassung dem Göttlichen widerspricht.

Ich verlasse Havelberg auf dem Elberadweg. Wie gestern trete ich Asphalt und laufe auf dem schmalen Radweg zwischen entgegenkommenden und mich überholenden Radwanderern. Der Radweg lässt die Havel hinter sich zurück und mündet nach einem Kilometer in einen kleinen Wald. Neben einer mit tiefen Rinnen und Schlaglöchern durchzogenen, kopfsteingepflasterten Straße lockt mich ein unbefestigter Seitenstreifen vom Radweg fort.
Ich gehe leichter, denn meine Stöcke greifen auf dem unbefestigten Boden besser. Auf einer schattigen, wenig befahrenen Straße, wechsele ich von der Havel an die nur drei Kilometer entfernte Elbe. Am Wegrand, embryonal wie im Schlaf eingerollt, liegt ein totes Waschbärjunges, die Augen geschlossen. Trotz der kaum befahrenen Straße ist es nicht sicher hinübergekommen, hat sich noch an den Straßenrand geschleppt und ist dort seinen Verletzungen erlegen.
Die Straße endet in einer Auenlandschaft an der Elbe. Alte, knorrige Weiden, geschmückt mit den ersten Grün des Frühlings, stehen allein oder in Gruppen auf den Flusswiesen. Sandbänke greifen weit in den gemächlich fließenden Strom, wo Angler unbeweglich auf Beute lauern und Kanuten beim Picknick sitzen. Weit hallt das Geschnatter hektisch miteinander beschäftigter Enten. In Abhängigkeit von der Überflutung wächst auf den Ufern der Elbe ein Auenwald aus verschiedenen Gehölzen. Im unmittelbaren Uferbereich dominieren Weidengebüsche, gefolgt vom Weichholzauenwald. Die Hartholzaue nimmt den oberen Uferbereich ein. Die Korbweiden, Purpurweiden und Mandelweidengebüsche im periodischen Überflutungsbereich sind überflutungsresistente Gehölze und mechanisch extrem belastbar. Der stark schwankende Wasserspiegel lagert nährstoffreiche Sedimente und Schwebestoffe im Uferbereich ab, die den ohnehin regenerationsfreudigen Weiden gute Böden liefern. Die Weichholzaue, in der sich schnell wachsende Silberweiden, Schwarz- und Silberpappeln angesiedelt haben, bildet den Übergang zur Hartholzaue und erträgt lange Überflutungen. Die Hartholzaue mit ihren Stieleichen und verschiedenen Ulmenarten nimmt die höher gelegenen, seltener gefluteten Uferbereiche ein. Das begehrte Hartholz und die durch den Auenlehm sehr fruchtbaren Böden führte schon früh zur Rodung und Umwandlung dieser Auenlandschaft in Ackerland.
Ich habe Glück. Schon von weitem sehe ich die Fähre am jenseitigen Ufer ablegen, die mich hinüber nach Räbel bringen soll. Die fliegende Brücke, wie Gierseilfähren auch genannt werden, befördert Fahrräder und den motorisierten Verkehr über die Elbe. An der Anlegestelle geht es geruhsam zu. Viel Verkehr, der über die Elbe ins benachbarte Werben will, ist nicht. Noch einmal öffnet sich der Blick auf die Elbauen und den noch verbliebenen Auenwald. Gierseilfähren nutzen die Strömung des Flusses um quer zur ihr ans andere Ufer überzusetzen. Eine Fähre gab es in Räbel schon 1472. Die Technik des Gierens wurde erst 1657 von Hendrick Heuck aus Nijmegen, einer anderen Hansestadt, erfunden um die breite Waal, einen Mündungsarm des Rheins, zu überqueren. Nachdem die Fähre in Räbel zu einer Gierseilfähre umgebaut war, reduzierte sich die Fährzeit ans andere Elbufer von vierzig auf fünf Minuten.
Die Fähre ist seitlich an einem Stahlseil befestigt, sodass sie nicht abgetrieben werden kann. Kurz vor der Bordwand teilt sich das Seil, das an Bug und Heck befestigt wurde. Über motorbetriebene Winden werden die Längen des Seils unabhängig voneinander so verändert, dass die Fähre quer zur Strömung gestellt werden kann. Die so entstehende Querkraft drückt die von den Seilen gehaltene, motorlose Fähre über den Fluss. Die Fähre von Räbel wurde erst 1997 zu einer kombinierten Gier- und Motorfähre umgebaut, trägt fünfundvierzig Tonnen und erspart dem Verkehr dreißig Straßenkilometer.
Am anderen Elbufer führt der Weg über den Deich hinab nach Räbel, eher ein Weiler als ein Dorf. Ein paar Häuser rechts und links der Straße, eine baufällige Backsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert, Zelte auf einem Bauernhof, schon habe ich den Ort durchquert. Noch vier Kilometer bis Werben, auf einer sich endlos ziehenden, kopfsteingepflasterten Straße. Mir ist der unebene, staubige Randstreifen lieber. Schnurgerade wie ein amerikanischer Highway in einem Roadmovie führt die Straße auf eine Silhouette zu, eine provinzielle Skyline, die in der Hitze über den Feldern schwebt. Eine vom tiefblauen Himmel brennende Sonne fringt dmir en letzten Schweiß aus aus den Poren. Mein Gesicht strahlt die Hitze auf den schattenlosen Weg nach Werben. Scherzende Jugendliche, vielleicht vom Zeltplatz, kommen mir entgegen, ein paar Radwanderer, hin und wieder ein Auto. Nach Werben bin ich fast allein unterwegs.

Die ehemalige Hansestadt Werben gehört zu den kleinsten deutschen Städten, in denen sich der mittelalterliche Stadtgrundriss noch erhalten hat. Die Gassen der Altstadt, Tore und Reste der Stadtmauer haben die Jahrhunderte überstanden. Im 10. Jahrhundert entstand eine Grenzfestung, die die Besiedlung der Slawen auf dem östlichen Elbufer kontrollieren und den Übergang über den Fluss offen halten sollte. In der Chronik Thietmars von Merseburg, der 1081 starb, wird der Ort als Wiribeni iuxta Albim, Werben an der Elbe, erstmals erwähnt. Zwischen 1005 und 1006 traf Heinrich II. zu Verhandlungen mit den Slawen ein, denn als Übergang über die Elbe war Werben damals von strategischer Bedeutung für Militär, Handel und Handwerk. 1151 erhielt Werben die Stadtrechte. An diesem Nachmittag, aber wahrscheinlich auch an allen anderen im Jahr, ist Werben ein verschlafener, altmärkischer Ort, den ich mich scheue, eine Stadt zu nennen. Wieder ist es eine Kirche, die Basilika St. Johannis, um die sich die historische Altstadt drängt, im Mittelalter ein bedeutendes Pilgerziel. Pilgerzeichen aus Werben blieben auf den Glocken von Metzelthin und Manker erhalten. Ein Original aus einem archäologischen Fund in Seehausen in der Uckermark ist in einem Museum in Prenzlau ausgestellt, sodass belegt ist, dass auch Werben eine wichtige Zwischenstation auf dem Weg von Wilsnack nach Santiago de Compostela war.
Im 12. Jahrhundert gründete Albrecht der Bär in Werben eine Johanniterkomturei, übertrug die Einkünfte auf den Orden und befreite diesen von den Amtspflichten aus dem Landbesitz, verpflichtete ihn aber, jährlich einen Teil der Einkünfte für die Sozialarbeit in Jerusalem zu verwenden. Von 1358 bis zum Bierkrieg mit dem Kurfürsten Johann Cicero im Jahr 1488 war Werben Mitglied der Hanse. Bierkriege um die Besteuerung des Vertriebs und Konsums Bier gab es damals in vielen Gegenden Deutschlands. Sie reichten vom Boykott bis zur Arbeitsniederlegung, führten im Mittelalter auch zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Wie andere mittelalterliche Hansestädte war auch Werben für sein Bier bekannt, dass der Stadt reiche Steuereinnahmen brachte. Der Kurfürst, der von den Einnahmen profitieren wollte, führte eine Steuer auf das bis dahin abgabenfreie Brauen ein. Von dieser Steuer waren der Adel und der Klerus befreit. Dieser ungerecht empfundene Abgabenzwang empörte die Stendaler, die den Bierkrieg eröffneten und den Rat der Stadt zwangen, auf die Eintreibung der Steuer zu verzichten. In dem Streit wurden die Emissäre des Kurfürsten von der aufgebrachten Bürgerschaft ermordet. Der Kurfürst schickte seine Landsknechte, ließ die Rädelsführer hinrichten, nahm der Region wichtige Selbstverwaltungsrechte und zwang die Städte aus der Hanse auszutreten. Im Dreißigjährigen Krieg nahm der Schwedenkönig Gustav-Adolf Werben ein und ließ die Schwedenschanze errichten, die den Transport von Gütern und Militär über Havelmündung und Elbe kontrollierte. Seit 1997 heißt Werben wieder offiziell Werben (Elbe) und seit 2008 auch wieder Hansestadt.

Ich bin erst Mittags in Havelberg auf eine kurze Wanderung aufgebrochen. Nach zehn Kilometer erschöpft. Am zweiten Tag der Eingewöhnung an die ungewohnte Fortbewegung auf zwei Beinen nicht ungewöhnlich. Noch ein paar Monate Erwerbsleben, ich sitze zu viel. Ohne meine Stöcke wäre ich in Werben eingeschwankt. Am liebsten hätte ich sofort mein Nachtquartier bezogen, aber ich habe unterwegs irgendwo gehört, dass die Basilika nur zwischen zehn und sechszehn Uhr geöffnet ist. Und wie mir scheint, reicht eine mittelalterliche Kirche am Tag nicht. Doch ich will unbedingt sehen, was von Werben, dem einst bedeutenden Wallfahrtsort, erinnerungswert geblieben ist. Die Kirche steht in dem Ruf, ein kunsthistorisches Kleinod zu sein. Und natürlich will ich einen Pilgerstempel. Morgen früh um zehn Uhr bin ich wahrscheinlich schon wieder unterwegs. Nach Tangermünde, wozu ich nur vier Tage Zeit habe. Meine Müdigkeit muss warten. Es ist kurz vor vier u als ich ankomme. In die Kirche, in der einvor dem Altar, probt ein Chor Choräle.

Eine romanische Kirche aus der Pilgerzeit

Die Basilika in Werben ist dem Heiligen Johannes gewidmet und wurde wahrscheinlich 1160 errichtet. Doch scohn in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts begann sukzessive der Umbau zu einer gotischen Hallenkirche. Irgendwann in der zweiten Hälfte 15. Jahrhundert wurden die Bauarbeiten beendet; ein konkretes Datum ist in der Kirche nirgendwo zu finden. Die oberen Etagen des Turms und der Raum mit den Glocken sind letzte Zeugnisse des romanischen Baus. Im Mittelalter war die Kirche Teil der Johanniterkomturei, daher die Widmung.
Die Basilika ist das nächste Museum sakraler künstlerischer Ausdrucksweisen. In der reichen Ausstattung der Kirche spiegelt sich immer noch ihre ehemalige Bedeutung wider. Drei kleinere, gotische Schnitzaltäre: ein Marienaltar von 1263, ein Katharinenaltar von 1345 sowie ein Altar von 1352, der Maria Magdalena gewidmet ist. Der Hauptaltar mit der Marienkrönung im Chorraum ist 1430 entstanden. Intensive Frauenverehrung, die einem Mann gewidmet ist, der wie Maria ebenfalls Jesus sehr nahe stand. Da mag ein Zusammenhang bestehen, aber es kann auch sein, dass sich die Mönche mit ihren Fürbitten bei Jesus Mutteresser aufgehoben gefühlt haben. Der Marienkult besaß im Mittelalter einen hohen Stellenwert. Der Altar besteht aus einer Predella, auf die zwei übereinandergesetzte Retabeln gesetzt wurden, deren Reliefs Begebenheiten aus dem Lebens Marias und deren Krönung als Himmelkönigin darstellen. Apostel und Heilige begleiten das Geschehen auf den Seitentafeln. Der hundert Jahre jüngere, obere Retabelaufsatz thematisiert die Dreifaltigkeit Gottes. Die Darstellung des Heiligen Geistes fehlt und ist anscheinend verloren gegangen. Dafür befindet sich in der Nordkapelle der Werbener Kirche ein weiterer Annenaltar, den der Hamburger Holzschnitzer Helmeke Borstel, ein Schüler Riemenschneiders, um 1513 angefertigt hat. Dort hat der Künstler eine Variation der Figurengruppe der Anna selbdritt dargestellt, eine alte Bekannte, die mir in den märkischen Kirchen der Region immer wieder begegnet. Die Schnitzarbeit des Altars zeigt eine Szene aus dem Familienleben der Maria, mit dem aufgelösten Haar der unverheirateten Frau, die zusammen mit ihrer Mutter Anna, die Jesus auf dem Schoß hält, schon mit Witwentuch. Neben ihnen weitere Töchter der Anna mit ihren Kindern. Von einer Galerie schauen Männer auf die Frauengruppe herab, deren Portraits ihre unterschiedliche Persönlichkeit ausdrücken. Ihre Gesichter wirken auf mich individuell und lebendig. Der Annenaltar in Werben ist ein Sippenaltar, der das wachsende Selbstbewusstsein der Bürgerschaft zum Ausdruck bringt. Unter den Männerportraits soll sich auch der Stifter des Altars, Dietrich Bolte, befinden.
Die beiden reich illustrierten, spätgotischen Chorgestühle aus dem 15. Jahrhundert mit jeweils sieben Darstellungen, die später immer wieder ergänzt wurden, zeigen Jesus mit seinen Jüngern. Unter ihnen befindet sich auch Jakobus der Ältere, und auch Martin Luther, ein Kritiker der Heiligenverehrung. Bemerkenswert sind auch die mittelalterlichen Glasmalereien, deren älteste in das Jahr 1380 datiert wurde.

Ich suche lange nach der Blauen Residenz, wo ich übernachten will, ein Fremdenzimmer in einem Privathaus. Eine Pilgerherberge kann ich auch in Werben nicht finden. Wieder ist ein Pfarrer nicht zuhause. Ich frage wiederholt nach dem Weg, denn zwischen den monoton eintönigen Mehrfamilienhäusern der Siedlungszone am Rand der Altstadt finde ich mich nach der einfachen Infrastruktur des historischen Quartiers nicht gleich zurecht. Jedes Haus sieht aus wie jedes andere. Auf den schmalen Wegen zwischen den Gärten verliere ich den Überblick. Ein alter Mann in einem der Gärten beobachtet mich, ein Nachbar der Blauen Residenz wie ich bald erfahren sollte. Er lotst mich durch seinen Garten, und zeigt mir fast nebenbei ein Haus, das seinen Namen verdient; denn es hat ein glänzend blaues Ziegeldach. Doch bevor er mich verlässt, offenbart er mir das Unvorhersehenbarste, Denkwürdigste und Skurrilste meiner ganzen Fußreise. Er nimmt mich mit in seine Garage. An Schnüren, die er in parallelen Reihen unter die Decke gespannt hat, hängen dicht an dicht Kugelschreiber an Kugelschreiber, farbige Girlanden, liebevoll bewahrte Erinnerungen. Eine beachtliche Sammlung finde ich, sein ganzer Stolz. Er habe lebenslang auf Montage gearbeitet und von überall her Kugelschreiber mit nach Hause gebracht. Da sie einen Platz brauchten, entstand dieses ungewöhnliche Museum, das an ein individuelles Berufsleben erinnert. Erfrischend lebendig nach den vielen Kirchen, deren Geschichte schwer auf ihren Mauern lastet. Jeder auf seine Art. Für Männer ist es wichtig, etwas Bleibendes zu schaffen, wenn sie schon keine Kinder gebären können.
In der Blauen Residenz habe ich eine Drei-Raum-Wohnung für mich allein. In der Wochen wohnen hier drei Montagearbeiter. Was sie wohl als Erinnerung mitnehmen? Ich übernachte in einem Haus voller Regeln, auf die mich eine zwanghafte Hausherrin gleich bei meiner Ankunft verpflichtet. Überall hat sie Schilder und Zettel aufgehängt auf denen geschrieben steht, was ich darf und was ich besser lassen soll. Abendessen und zwei Hasseröder Pils im Biergarten des Deutschen Hauses. Radwanderer sitzen in Gruppen zusammen beim Abendessen, sich selbst genügsame Paare bevölkern die anderen Tische, während mir mein Tagebuch Gesellschaft leistet. Es geht laut und lebhaft in der einstigen Hansestadt Werben zu. Der Abend wird zunehmend kühler und ich friere in dem dünnen Hemd, das mir am Tag nass vom Schweiß auf den Schultern klebte.

Literatur

Detlef Linau, "Mein Körper vibriert vor Dankbarkeit". Leibliche Erfahrung beim Pilgern, in: Patrick Heiser und Christian Kurat (Hg.), Pilgern gestern und heute. Soziologische Beiträge zur religiösen Praxis auf dem Jakobsweg, Münster, 2014:193-220.
Carmen Rohrbach, Jakobsweg. Wandern auf dem Himmelspfad, München, 2013:152.

wird fortgesetzt

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